Napoleon begann bereits an den ersten Tagen seines Aufenthalts, sich um die Regierung und die Verwaltung der Insel Elba zu kümmern.

Bereits während der Entwicklungen hin zu seiner Reise nach Elba, können wir den Charakter Napoleons - auch in einer wahrlich schwierigen Situation für ihn - daran erkennen, was er von Frejus aus an den General Graf Dalesme, den Befehlshaber über die Insel Elba am 27. April 1814 schrieb:

Herr General Dalesme,
die Umstände haben dazu geführt, dass ich auf Frankreichs Thron verzichten und somit meine Rechte dem Wohl der Heimat und seiner Interessen opfere.Ich beanspruche die Herrschaft über die Insel Elba und die Festungen von Portoferraio und Porto Longone. Mir wurden alle Herrschaften zugesichert. Ich schicke Ihnen deshalb den General Drouot, dem sie die Insel und alle ihre Belange übergeben können. Teilt bitte den Bewohnern den neuen Status mit und erklärt ihnen meine Entscheidung für die Insel damit, dass mir die Gebräuche der Einwohner und die Milde das Klimas gefallen. Elba uns seine Bewohner werden für immer in meinem Interesse sein.
Napoleone

Das ruhige Leben der Elbaner wurde von der Ankunft des neuen Herrschers durcheinander gebracht - Napoleon begann, wie in dem Brief an Dalesme angekündigt, bereits in den ersten Tagen seine Aufenthalts auf der Insel Elba, sich mit der Regierung und der Verwaltung der Insel zu beschäftigen. In den offiziellen Dokumenten liest man folgendes:

Sobald er Fuss auf elbanischen Boden setzte half er den Notleidenden der Insel; er gab sämtlich Arbeiten in der Stadt und im Umland in Auftrag; es liess die unvollendete Strasse von diesem Platz an den Platz nach Lungone vollenden; er gab mehreren Elbanern hohe Stellen. Die Künste, Wissenschaften, die Landwirtschaft und der Handel wurden durch ihn zu neuem Leben erweckt und Elba wurde durch ihn zu einer glücklichen Insel in einem für sie goldenen Jahrhundert.

Am 7. Mai begann Napoleon die Organisation der Marine zu organisieren und bestellte für den kommenden Tag den Unter-Präfekt, den Kommissar der Marina, den Registerdirektor, den Kriegskommissar und alle weiteren Personen zu sich, die ihn über den Zustand der Ortsverwaltung, des Zolls und der Gesundheits- und Marineverwaltung informieren konnten. Von dem Moment an wurde der Governator Drouot von kaiserlichen Anordnungen überschüttet und Portoferraio glich einer riesigen Baustelle: es wurde ein unterirdisches Kanalsystem gebaut, um Überschwemmungen auf den Strassen zu vermeiden, die Strassen wurden verbreitert - notfalls wurden dafür auch Mauern durchbrochen- , damit auch die kaiserliche Kutsche passieren konnte, die Strasse, die an die Villa von Napoleon ai Mulini führte, wurde gepflastert:

während er noch von öffentlichen Arbeiten spricht organisiert Napoleon gleichzeitig sein kleines Heer und seine noch winzigere Marineflotte; während er die Bilanzen kontrolliert, ordnet er den Bergbau in Rio Marina an, und das immer mit der stolzen Miene desjenigen, der trotz aller Bescheidenheit der Projekte die Veränderung in den Vordergrund stellt und somit auch nicht den Vergleich mit anderen großen Projekten scheut.

Bonapartes intensive Aktivität hinsichtlich der militärischen, wirtschaftlichen und sozialen Organisation wird in seinen zahlreichen Briefen und Anordnungen gut beschrieben. Große Aufmerksamkeit schenkte Napoleon der Verbesserung des Strassensystems um die verschiedenen Ortschaften der Inseln miteinander zu verbinden, dann auch der öffentlichen Hygiene: Hausbesitzern ohne eigener Latrine wurde beispielsweise vorgeschrieben, diesbezüglich innerhalb von 2 Monaten nachzurüsten. Große Energie schenkte Napoleon auch den Renovierungsarbeiten an der Stadtresidenz Palazzo dei Mulini und an seinem Landsitz in San Martino, seinen beiden offiziellen Wohnsitzen auf der Insel.

In den 9 Monaten des Exils, passte sich Elba an Napoleon an und liess sich von ihm das schläfrige Leben auf den Kopf stellen, Napoleon hingegen passte sich an sein Leben als Regent eines kleinen "Felsens" an und widmete sich hingebungsvoll der Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Organisation bis sich ihm nicht die Gelegenheit zur Rückkehr nach Frankreich bot.

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