Am 2. August kommt Napoleons Mutter in Portoferraio an

Am 2. August kam Letizia von Livorno aus mit dem englischen Schiff "Grass Oper" in Begleitung von Campbell nach Elba, wo sie von Portoferraios Einwohnern überschwenglich begrüsst wurde. Sie blieb auf der Insel, bis auch ihr Sohn wieder von Elba aufbrach. (p. 121)

Napoleon liess sofort eine Unterkunft für seine Mutter in der Nähe der Villa dei Mulini einrichten, und zwar in dem Hause Vantini in der Via Ferrandini, wo noch heute ein Gedenkstein an den wichtigen Gast erinnert.

Trotz ihrer 65 Jahre machte sich Madame Mère sofort daran, das Haus neu herzurichten, die Wäsche aufzufrischen und sich um sämtliche Hausarbeiten zu kümmern. Sie lief ständig zwischen der Casa Vantini und der Palazzina dei Mulini hin und her. (p.122)

Nachts ging Letizia oft zur Palazzina dei Mulini, um nachzusehen, ob sich der Kaiser hingelegt hatte. Dann trat sie plötzlich in sein Zimmer, deckte ihn zu und streichelte ihn. Ihr Sohn brauchte viel Liebe. Er war zu viel allein! (p. 124)

Man sagt, dass Napoleons Liebe und kindliche Zuneigung zur Mutter dermassen gross war, dass er sie immer in seiner Nähe haben wollte:

Als Napoleon zur Madonna del Monte aufbrach [...] liess er im Hause Vadi in Marciana eine Unterkunft für seine Mutter einrichten [auch hier erinnert eine Gedenktafel an ihre Gegenwart]. Oftmals, wenn ihr Sohn nicht ins Dorf hinunterkam, liess sich Letizia in der Sänfte zur Einsiedelei tragen, und hielt sich dann dort mit ihrem Sohn "dem Armen" auf! Er war so traurig! Dann betete sie zusammen mit Napoleon in der kleinen Kirche, die der Heiligen Jungfrau gewidmet war. Während des Aufstiegs liess sie die Träger bei den einzelnen Tafeln des Kreuzwegs anhalten und betete für den Kaiser. (p.123)

Letizia war von Elba und seinen Einwohnern begeistert; folgende Worte, die sie oft an ihre Gesellschaftsdamen richtete, sind in Erinnerung geblieben:

[Letizia sagte gerne] dass diese Insel der tausend Gesichter, der tausend Farben, der zarten Transparenz, der klaren Umrisse, des Dufts des Meers und des Lands, egal ob starker Südwestwind bläst oder es absolut windstill ist, immer schön war, aber auch bezaubernd in ihrem ruhigen Anmut und in ihrer unglaublichen Stärke.

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