Napoleons Geliebte kommt am 1. September 1814 auf Elba an

So allein war Napoleon am Ende aber garnicht: zwar kam Maria LUisa nie nach Elba, um den Kaiser zu besuchen, aber die Leere in Napoleons Herzen wurde für einige Tage durch die Ankunft von Maria Walewska, seiner faszinierenden polnischen Geliebten, ausgefüllt.

Am 1. September 1814 erreichte die Walewska, zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder und mit dem Sohn des Kaisers, dem kleinen Alessandro, Elbas Küste. Napoleon brachte sie an einen von ihm sehr geliebten Ort: die Madonna del Monte, wo er seine freien Stunden verbrachte und Ruhe und Inspiration tankte.

Napoleon verbrachte seine Tage auf der Einsiedelei der Madonne del Monte mit der Betrachtung seiner geliebten Geburtsinsel Korsika [...] von hier oben schien es, als könnte man Bastia berühren. Tagsüber bei Sonnenlicht leuchteten die Fenster der Häuser Bastias wie Gold, nachts schienen die Lichter der Stadt wie Glühwürmchen. (p. 102)

Bevor sie in “seinen Palast” eintraten führte der Kaiser Maria und seinen Sohn zur Pilgerstätte der Madonna del Monte, an der tausende von Votivgaben von der wundersamen Kraft der Heiligen zeugten, die hier verehrt wird.

In der Kapelle hielten sie sich für circa eine halbe Stunde auf, was denjenigen, die auf sie warteten, wie eine Ewigkeit erschien. Als sie aus der Kirche traten, konnte man in ihren Gesichtern eine tiefe Ergriffenheit sehen. Hatten sie zu Gott für Frankreich gebetet? Oder baten sie um Verzeihung für ihr sündiges Verhältnis? Diese Frage konnte nicht gelöst werden. Allein die Madonna kennt die Wahrheit.

[...] Sie verbrachten zusammen zwei Nächte und zwei Tage: Nächte und Tage voller Leidenschaft. Bei ihren Spaziergängen hielten sie oft an der Kirche von San Cerbone an, die am Rande eines Weges steht, der auf den Gipfel des Monte Capanne führt. San Cerbone ist eine historische Kirche, die im 16. Jahrhundert zu Ehren des Heiligen erbaut wurde, der - von den Goten verfolgt - vom Bistum Piombino floh und auf Elbas höchstem Berg Unterschlupf suchte. (pp.129-130)

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