Napoleon verlässt die Biscotteria und wählt die Palazzina dei Mulini als seinen Wohnsitz

Napoleons erste Nacht auf Elba war nicht gerade die angenehmste: Die für ihn vorbereiteten Räumlichkeiten waren eher mittelmässig und der Radau der Feierlichkeiten in der Stadt führten dazu, dass Napoleon sofort am nächsten Tag auf die Suche nach einem ruhigeren Wohnsitz ging, der seinem Namen zumindest ein wenig zu Ehren gereichte.

Infoelba rät: in der Abteilung mit den Museen auf Elba findest du alle notwendigen Informationen für einen Besuch in der Villa dei Mulini und der Villa di San Martino.

Napoleon durchstreifte die gesamte Stadt Cosmopoli (Cosimo de'Medici gab Portoferraio diesen Namen) und fand den für ihn perfekten Wohnsitz: Die Palazzina dei Mulini. Die kleine Villa befindet sich an dem Ort, an dem vorher vier Windmühlen standen (daher der Name), zwischen den Festungen Forte Falcone und Forte della Stella, auf der Klippe, die Richtung Meer und Festland schaut. Sandro Foresi erzählt von den Ursprüngen der Villa:

Im Jahr 1724 wurde auf Befehl des Grossherzogs Gian Gastone de'Medici bei den Windmühlen ein kleines Haus mit einer Zisterne als Wohnsitz für den Gärtner des Gouverneurs, der bis dahin auf der Forte Stella wohnte, gebaut. Der Herzog ordnete an, dass neben dem Haus Gefängnisräume und ein Wohnhaus für den Richter erbaut wurde. Das Richterwohnhaus wurde 1736 zu einem Regierungsgebäude, dann wurde es 1787 erweitert und in zwei Bereiche geteilt: Ein Bereich für den Kommandanten der Artillerien und einen für den Kommandanten der Pioniertruppen.

Als Napoleon auf Elba eintraf, war der Bau der Windmühlen vielleicht das beste Gebäude der Stadt Cosmopoli. Es bestand aus zwei kleinen zweistöckigen Häusern, die von den Offizieren der Garnison bewohnt wurden, und die im Erdgeschoss miteinander verbunden waren. […] Als erstes liess der Kaiser das Erdgeschoss auf die Höhe der beiden seitlichen Gebäude aufstocken und schuf einen grossen Saal für Empfänge. Aus der angrenzenden Scheune machte er ein Theater.

Er liess ausserdem die alten Hütten abreissen und das lange Gebäude “Padiglione”, das als Militärunterkunft diente, niedriger machen, so dass es die Höhe des Platzes vor der “Palazzina” erreichte und nicht mehr die Aussicht störte. Die Gefängnisgebäude wurden in Pferdeställe verwandelt.

Falls er nicht pleite gewesen wäre, hätte der Kaiser noch viel mehr machen lassen. Die Villa dei Mulini befindet sich an einem der bezauberndsten Ort Portoferraios, zwischen der Forte Falcone und der Forte Stella. Von der Terrasse aus, die der Kaiser erbauen liess, sieht man bis auf das Festland in Piombino, so konnte er die Schiffe ausmachen, die seine Mutter und seine Schwester nach Elba brachten. Umsonst allerdings wartete er auf die Ankunft seiner geliebten Ehefrau! Auf dem Gehsteig vor den Türen zum Erdgeschoss auf dem Gelände der Villa sieht man einen Hufabdruck des Pferds des Kaisers.

Acht Tage nach seiner Ankunft auf Elba verliess Napoleon die Biscotteria und bereitete sein Lager in dem bezaubernden Garten der Palazzina dei Mulini, an der die Renovierungsarbeiten schnell vorangingen. Man sagt, dass der Kaiser nur selten in seinem Schlafzimmer schlief: sein wahrer Palast war der Garten, in dem er sich stundenlang aufhielt und dabei Befehle gab, das Meer studierte und seine Revanche organisierte.

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