Napoleon kauft die Villa in San Martino und macht daraus seine Sommerresidenz und sein Liebesnest.

Während einem Ausritt, den er täglich machte, kam Napoleon in das Tal von San Martino; die dichten Wälder, die Weinberge und ein Haus, von dem aus man den gesamten Golf von Portoferraio aus sah, begeisterten ihn dermassen, dass er daraus seinen Sommerwohnsitz und sein Liebesnest machen wollte. Er bat seine Schwester Paolina um einen Kredit, die daraufhin, um seiner Bitte Folge zu leisten, einige ihrer wunderbaren Schmuckstücke verkaufte.

Der Kaiser vertraute die Kaufverhandlungen Vincenzo Foresi an, einem fähigen Geschäftsmann. Nach langen Verhandlungen wurde der Kaufpreis für das Gebäude und den umliegenden Grund auf 41.539 Franken festgelegt, für damalige Zeiten eine beträchtliche Summe. Der gewiefte Manganaro [Besitzer des Hauses] hatte seine Forderungen hochgehalten, da er sicher war, dass Napoleon, der sich in den Ort verliebt hatte, jeden Preis akzeptiert hätte. […] San Martino sollte das “Liebesnest” für Maria Luisa sein, deren Ankunft Napoeleon sehr bald mit seinem kleinen Sohn erwartete. (pp. 74-75)

Maria Luisa kam jedoch nie zu dem Kaiser nach Elba. Man sagt jedoch, dass das idyllische Ambiente San Martinos unserem Napoleon dennoch Liebesfreuden bereitet hat:

Man erzählt, dass Napoleon in der Nähe des Hauses von San Martino die Tochter des Bauern Sbarra kennenlernte. Es handelte sich bei ihr um ein aufreizendes Geschöpf, einem aussergewöhnlichen Typ Frau für die Elbaner, lebhaft und sensibel. Er suchte sie gerne auf und aufgrund der grossen Sympathie, die er für sie hegte, gefiel es ihm mit ihr, die seiner ersten Liebe, der Tochter des Colombier, sehr ähnelte, zu plaudern [...…] Eines Tages erfuhr er, dass ein Angehöriger ihrer Familie dem Mädchen mit ernsten Absichten den Hof machte. Er rief ihn zu sich und forderte ihn dazu auf, seinen Schützling zu heiraten. Ausserdem fand er ihn sympathisch und verhalf ihm zu einer besseren Position.

Der Kaiser gab der Sbarra, die er väterlich ohne jegliche sündenhafte Hintergedanken liebte, eine Mitgift. Wie auch mit dem Mädchen der Familie Colombier scheint es, dass sich Napoleons Vergnügen darauf beschränkte, mit dem jungen Mädchen Kirschen zu essen. (p. 105)

Wenn man den Geschichten der alten Einwohner Glauben schenkt, war es auf Elba anscheinend nicht üblich, Kirschbäume zu pflanzen...

Infoelba rät: in der Abteilung Museen auf Elba findest du alle nötigen Informationen für einen Besuch der Villa dei Mulini und der Villa di San Martino.

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