Der Wachturm Torre del Martello war einst ein Gefängnis, heute ist er ein Museum.

Der Wachturm Torre del Martello oder Torre della Linguella, ist bei der Einfahrt in das Hafenbecken von Portoferraio durch seine achteckige Form erkennbar. Sein Bau geht auf den Beginn des 16. Jahrhunderts zurück, Bauherren waren die Mediceer, die damals über Portoferraio herrschten. Es handelt sich dabei um ein hervorragendes Beispiel für die Militärarchitektur zur Verteidigung des Hafens.

Im Laufe der Zeit wurde der Turm al Lager für Salz, und dann als Lager für den Thunfisch genutzt, im 18. Jahrhundert wurde er von dem Großherzog di Lorena in ein Gefängnis umgewandelt.

Nach jahrzehntelangem Verfall wurden im Jahr 1977 bei Renovierungsarbeiten, die den Turm wieder in seinen wunderbaren ursprünglichen Zustand versetzten, die Überreste einer antiken römischen Villa entdeckt. Der Turm wurde dirket auf die Felsen gebaut, der obere Teil des Turms ist etwas ausladender als der untere Teil, der oberste Teil des Turms wird von Maschikulis umgeben, dieser Gebäudeteil wurde ursprünglich zur Sichtung genutzt.

Im Zentrum des Turms befindet sich eine kleine runde Struktur, die von außen nicht sichtbar ist. Der Wachturm Torre del martello oder auch Torre della Linguella genannt, befindet sich in Portoferraio und kann im Sommer umsonst besichtigt werden, da hier oft Ausstellungen stattfinden.

Der Turm Torre del Martello ist unter anderem auch unter dem Namen Passannante bekannt, benannt nach einem lukanischen Anarchen, der am 17. November 1878 mit einem kleinen Messer bewaffnet und ohne jeglichen Erfolg ein Attentat auf den König von Italien Umberto I di Savoia verübte, der sich zu Besuch in Neapel aufhielt. Nach diesem Attentat wurde er für 10 Jahre gefesselt an eine 18 kg schwere Eisenkette in einer nur 1.40 m hohen komplett dunklen Zelle ohne Latrine eingesperrt. Die Seeleute, die in der Nähe vorbeikamen hörten die unheilvollen und andauernden Klagelaute aus dem Turm und begannen, ihn Torre di Passannante zu nennen.

Im Jahr 1933 wurde hier bis zu seinem Prozess auch Sandro Pertini eingesperrt, in dem Prozess wurde über die Anklage der Beleidigung eines Gefängniswärters im vorangehenden Jahr geurteilt, als der sozialistische Anwalt als politischer Häftling im Gefängnis von Pianosa eingesperrt war.