Die dritte von Giovanni Camerini entworfene Festung, die zur Befestigung der Stadt, die im Jahr 1548 von Cosimo de'Medici veranlasst wurde, dienen soll

Der Wachturm Torre del Martello oder Torre della Linguella, ist durch seine achteckige Form sofort bei der Einfahrt in den Hafen auszumachen. Er ist ein vortreffliches Beispiel für militärische Architektur zum Schutz des Hafens. Von der Torre della Linguella aus verlief eine riesige Kette, die bis zum Wachturm Torre del Gallo reichte und so aus Verteidigungszwecken den Zugang in das Hafenbecken verhinderte. Im 17. Jahrhundert wurden auf Befehl des Grossherzogs Ferdinando II die angrenzenden Bastionen, die in Richtung Meer und Hafenbecken blickten, verstärkt. Die Bastion San Francesco und der Scharwachtturm mit dem Kreuz dei Lorena wurden nach den Zerstörungen durch den Krieg wiederaufgebaut.

Zunächst wurde der Turm zu Kriegszwecken genutzt, dann als Vorratsraum für Salz, dann als Aufbewahrungsort der Thunfische; im 18.Jahrhundert wurde der Turm von den Grossfürsten di Lorena in ein Gefängnis verwandelt.

Nach einer teilweisen Zerstörung durch den Krieg erfolgten ab dem Jahr 1977 Renovierungsarbeiten, um den Turm wieder zu seiner alten Schönheit zu verhelfen; bei diesen Arbeiten entdeckte man die Überreste einer alten römischen Villa.

Der Turm wurde direkt auf den Felsen gebaut, der obere Teil der Struktur ist etwas ausladender als der untere Teil, der oberste Teil des Turms wird von Maschikulis umgeben, dieser Gebäudeteil wurde ursprünglich zur Sichtung genutzt.

Kuriosität: Der Turm Torre del Martello ist auch als Torre di Passannante bekannt; benannt nach einem lukanischen Anarchen, der am 17. November 1878 mit einem kleinen Messer bewaffnet und ohne jeglichen Erfolg ein Attentat auf den König von Italien Umberto I di Savoia verübte, der sich zu Besuch in Neapel aufhielt. Nach diesem Attentat wurde er für 10 Jahre gefesselt an eine 18 kg schwere Eisenkette in einer nur 1.40 m hohen komplett dunklen Zelle ohne Latrine eingesperrt. Die Seeleute, die in der Nähe vorbeikamen hörten die unheilvollen und andauernden Klagelaute aus dem Turm und begannen, ihn Torre di Passannante zu nennen.

Im Jahr 1933 wurde hier bis zu seinem Prozess auch Sandro Pertini eingesperrt, in dem Prozess wurde über die Anklage der Beleidigung eines Gefängniswärters im vorangehenden Jahr geurteilt, als der sozialistische Anwalt als politischer Häftling im Gefängnis von Pianosa eingesperrt war.

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Torre della Linguella