Der "Bauernhof" von San Giovanni

p>Die Ausgrabungen, die im Jahr 2012 begannen, kennzeichnen einen Übergang zwischen dem Ende der Eisenproduktion durch die Etrusker und Römer und dem Zeitalter des Baus der Villa delle Grotte.

Ausgegraben wurde ein Bauernhof in der Nähe des Meers, der über einen Anlageplatz verfügte. Die Arbeiten an dem Bau dieses rustikalen Teils Villa kennzeichnet auch das Ende der Eisenproduktionsphase.

Aufgrund der Schwierigkeiten, an den nötigen Brennstoff zur Bearbeitung des Eisens zu gelangen, wurde um das Jahr 100 v.Chr. auf Elba der Eisenabbau, der seit den Etruskern fortgeführt wurde, eingestellt.

Das Gebiet, in dem heute die Ausgrabungen sind, wurde somit in eine landwirtschaftlich genutzte Fläche verwandelt.

In dem Weinkeller von San Giovanni lagerte der Wein für die herrschaftlichen Persönlichkeiten, die die Villa delle Grotte erbauten und für allerlei entspannende Tätigkeiten nutzten: lesem, Konferenzen, Aufführungen, Konzzerte, philiùosophische Diskussionen, raffinierte Festessen. 

Der Bauernhof von San Giovanni, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts vor Chr. erbaut wurde wurde nach einem Brand im 1. Jahrhundert n. Chr. verlassen. Der Weinkeller mit fünf großen tönernen Weinfässern zeigt ein hohes Level von önologischer Technologie, das mit den Römern erreicht wurde. In einigen Amphoren, die dort gefunden wurden, wo sich wahrscheinlich der erste Stock des Gebäudes befand, wurden vor kurzem auch fermentierte Apfelsamen entdeckt: In dieen Räumlichkeiten scheinen die Hausherren den Cidre genossen zu haben,ein leicht alkoholisches und durstlöschendes Getränk, das bereits zur Zeit der Karthager und Kelten bekannt war und während der  feriae Augusti getrunken wurde

Durch einige Fabrikationsmarken, die auf den Fässern gefunden wurden, wird bestätigt, dass der Hof und die Villa zu dem Besitz der Valerii Messallae, einer mächtigen Familie mit wirtschaftlichen Interessen (und Besitztmern) an der Küste, gehörte. Marco Valerio Messalla war ein typischer Aristokrat seiner Zeit: Heerführer (wie Cäsar), Senator (wie Cicero), Förderer der Literatur und  Kunst (wie Mecenate),  Gründer des Kreises  "Circolo di Messalla". Das Eigentum ging dann an den Adoptivsohn Aurelio Cotta Massimo Messalino, der als Gast angeblich den Dichter Ovid vor dessen Exil in das Schwarze Meer empfing.

Die Marken auf den Fässern verrieten außerdem den Namen des Weinproduzenten: Hermia, ein Sklave Marco Valerios, der neben seiner Marke auf den Fässer auch sein “Siegel” auf einigen Fliesen zusammen mit dem Bild eines Delfins verewigte.

In der Literatur gibt es zahlreiche Episoden zu der Freundschaft zwischen diesem Tier und dem Mensch. Besonders Plinius erzählt die Geschichte des Kindes von Hermia, die in Iasos, in Kleinasien, situiert ist. Dieser spielte gewöhnlich in den Wellen mit einem Delphin, doch dann ertrank er aufgrund eines plötzlich aufgezogenen Gewitters. Der Delphin starb am Strand aus Verzweiflung über den Verlust. Wahrscheinlich wollte der gebildete Sklave Hermia an sein Herkunftsland erinnern.

Nahe liegt die Wahl des Siegels auch durch die Tatsache, dass in Portoferraios Hafenbecken tatsächlich des öfteren Delphine zu beobachten sind.

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