| Anreise | Die Capanna di Marco liegt versteckt zwischen den Hügeln von Cavoli und San Piero, am Weg Nr. 134. Sie ist über die Route „Le vie del granito“ erreichbar. |
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Die Capanna di Marco ist ein faszinierendes Beispiel für ländliche Architektur und erzählt von der alten Hirtentradition der Insel Elba, die seit Jahrhunderten tief in dieser Region verwurzelt ist. Der Name der Hütte geht auf Marco Palmieri zurück, einen Grundbesitzer des 19. Jahrhunderts, als dieses Gebiet die höchste Schafpopulation der Insel aufwies. Laut der Volkszählung von 1868 wurden allein hier 3.036 Tiere von insgesamt 5.122 gezählt.
Die Struktur ist ein perfektes Beispiel für den Einfallsreichtum der lokalen Bevölkerung bei der Nutzung natürlicher Ressourcen. Sie wurde errichtet, indem eine natürliche Felshöhle, ein sogenannter „Tafone“, mit einer Trockenmauer verschlossen wurde. Diese Felsformation wurde im Laufe der Zeit durch Wind und Meersalz geformt. Solche Unterstände wurden von den Hirten nicht nur als Schutz vor Witterungseinflüssen, sondern auch zur Aufbewahrung von Werkzeugen und Utensilien zur Milchverarbeitung, etwa für Käse und Ricotta, genutzt.
Die Nutzung des Tafone als Basis bot zahlreiche Vorteile: Die natürliche Struktur bot Schutz und Stabilität, während die Trockensteinmauer eine Belüftung des Innenraums ermöglichte und somit ideale Bedingungen für die Hirtentätigkeit schuf. Unterhalb der Hütte befindet sich ein Gehege, das mit einer niedrigen Trockenmauer eingefasst ist und zur Verwaltung der Herde diente – insbesondere beim Melken oder zum nächtlichen Schutz der Tiere. Auch hier zeigt die Effektivität der einfachen Bauweise, wie gut sich die elbanischen Hirten mit den Bedürfnissen ihrer Tiere und dem Gelände auskannten.
Die Lage des Geheges wurde nicht zufällig gewählt: Sorgfältig platziert, um für Belüftung zu sorgen und gleichzeitig vor starken Winden zu schützen, trug sie zum Wohlbefinden und zur Sicherheit der Herde bei – insbesondere der Ziegen, die zwar robust, aber empfindlich gegenüber Raubtieren sind.
Die Hirtentradition in diesem Gebiet hat uralte Wurzeln. Erste Spuren stammen aus der subapenninischen Periode (1300–1150 v. Chr.), als die Hänge des Monte Capanne von kleinen Siedlungen bewohnt waren. Die Viehzucht war eine grundlegende Ressource, die die lokale Wirtschaft über Jahrhunderte hinweg prägte: Wolle, Fleisch und Milch waren wertvolle Güter, die im Mittelpunkt von Handel und Tausch standen.
Heute ist die Capanna di Marco nicht nur ein historisch bedeutender Ort, sondern auch ein Symbol für das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur. Ein Besuch dieses Ortes bedeutet, in Kontakt mit einer authentischen Vergangenheit zu treten – geprägt von Arbeit, Kreativität und Respekt vor der Umwelt. Ein kulturelles Erbe, das in der Landschaft und in der Erinnerung der lokalen Gemeinschaften weiterlebt.
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